Majdal Shams, Heimatort der beiden Protagonistinnen, ist die größte der vier drusischen Ortschaften in Israel. Die Stadt auf den Golanhöhen wurde 1967 im Sechstagekrieg besetzt und 1981 annektiert. Viele hier fühlen sich noch immer als Syrerinnen – doch mit dem Krieg in Syrien und dem 7. Oktober hat sich die Situation grundlegend verändert, Fragen von nationaler und kultureller Zugehörigkeit stellen sich neu.
Udi Kalinsky und Irit Hod haben ihre Protagonistinnen über drei Jahre begleitet. Hier eine Teenagerin, die davon träumt, Profi-Eishockeyspielerin zu werden, aber auf internationalen Turnieren nur dabei sein darf, wenn sie den israelischen Pass hat. Dort ihr Onkel, Landwirt und Journalist, der sich in die Lokalpolitik einmischt. Vertreterinnen von zwei unterschiedlichen Generationen, die sich in demselben unsicheren Alltag zurechtfinden müssen, dafür aber unterschiedliche Rezepte haben. Während Aya sich als zukünftige Profi-Sportlerin sieht und bereit ist, dafür eine neue Staatsbürgerschaft anzunehmen, ist Ayoub tief in der Vergangenheit verwurzelt, fühlt sich weiterhin als Syrer. Ein Film nicht nur über Identitätsfragen zwischen Geschichte und Gegenwart, sondern auch darüber, wie man sein Leben und das seiner dramatisch zwischen die Stühle geratenen Gemeinschaft überhaupt noch planen kann, wenn drumherum die Konflikte eskalieren.
Text: Bernd Buder
Vorfilm: SILA (Bissan Tibi, IL 2025, 25 min)