Einzigartige Bildwelt für das Jüdische Filmfestival Berlin Brandenburg: Esra Rotthoffs Artwork

Coverimage Artwork

Im dritten Jahr in Folge kreierte Esra Rotthoff das Artwork und schafft dabei wieder eine neue Bildwelt für das JFBB mit bekannt-beständiger Linie und klarem Ziel: Das jüdische Leben und die Kultur zeitgenössisch-künstlerisch und ästhetisch-neuartig zu zeigen. Altbekanntes und Andersartiges verschmelzen zu etwas nie Dagewesenem.

In diesem Festivaljahr – in dieser neuartigen Zeit – entstanden Fotos und ein Festivaltrailer, die die weltweit allgegenwärtige Situation sowie auch Rotthoffs persönliche Sicht als Künstlerin widerspiegeln und reflektieren. „Nach einer Zeit der nicht enden wollenden Spaziergänge hat man einfach Lust auf eine Farbexplosion“, so Rotthoff. Das erklärt den Granatapfel, dessen Saft in der Motivik spritzt, den Honig, der über alles Erdenkliche fließt und das inszenierte Ritual, das die Isolation verwandelt und fast märchenhaft feierlich erstrahlen lässt. Das jüdische Neujahrsfest Rosch ha-Schana diente dabei als Grundlage für die konzeptionelle Umsetzung. Wein, ein Hefezopf, die Menora – es ist reich gedeckt, doch diesmal wird nicht nur, dem üblichen Brauch nach, der Apfel in Honig getunkt, sondern die Protagonistin wird selbst mit Honig übergossen und soll damit metaphorisch das hoffentlich endlich wieder süßer werdende Leben einleiten.

Dies traute sich – nach Rotthoffs Vision – die Schauspielerin und Stipendiatin Elina Schkolnik, die sich beim Biss in den Apfel nicht wie Schneewittchen in Schlaf hüllt, sondern eben diese Verwandlung durchmacht. So soll auch der Betrachter der Fotos und des Trailers verzaubert werden, durch eben dieses Ritual. Ein alter Brauch wird dabei übersteigert durch die Kunst der Inszenierung. Die blauen Hände, die sich als Anlehnung an die zum Alltagsgegenstand gewordenen Plastikhandschuhe wiederfinden, schwingen kraftvoll die Menora. Im Übrigen wurde eigens für den Festivaltrailer dieses Konzept in einem Song verarbeitet: „Sweeter Than Honey“, gesungen von der Künstlerin Elle ID und gemeinsam mit dem aus Israel stammenden und in London lebenden Produzentenduo Soho Sonic realisiert. Womit das JFBB-Konzept sogar in die Musik übertragen wird.

Der Claim SWEET ’N’ JEWCY kam übrigens von Seiten der Festivalleitung als Reaktion auf die diesjährige Bildwelt. Und so fügt sich eine Welt zusammen, die nicht nur das Festival bewerben soll, sondern einen Rahmen bildet für die verschiedensten Lebenswelten der Filme und die das Publikum ansprechen möchte: mit Lust auf mehr Farbe, jüdische Kultur und vor allem endlich wieder großes Kino auf großen Leinwänden!

Hier die Website: ESRA ROTTHOFF Künstlerin, Artdirektion, Fotografie

Esra Rotthoffs künstlerischer Blick ist ein Ganzheitlicher, ihre Methode, die Inszenierung des Augenblicks ist das Zusammenbringen verschiedenster Elemente. In vorab geplanter Szenerie wird das Gefühlte real und so das von Rotthoff geplante Narrativ mit der Kamera festgehalten. Dabei entwickelt sie künstlerische Erscheinungsbilder für große Kulturhäuser wie auch dem Gorki Theater und der Staatsoperette Dresden, hält international Vorträge, lehrt und stellt ihre freien Arbeiten in Galerien und auf Messen aus.