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„Jüdisches Kino langweilt nicht“

Das Jüdische Filmfestival Berlin | Brandenburg (JFBB) ist das größte jüdische Filmfestival in Deutschland. Es findet vom 13. bis 18. Juni 2023 in Berlin und Potsdam statt.

Sechs Tage lang werden internationale Filme aller Genres vom Arthausfilm bis zum Blockbuster, von der Geschichtsreflexion bis zur Familienkomödie gezeigt. Das Festival beleuchtet jüdische Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Oft mit einem Augenzwinkern, aber immer tiefgründig.

Unter dem Motto JEWCY MOVIES zeigte das Jüdische Filmfestival Berlin und Brandenburg 2022 43 Filme und 2 Serien. Die Auswahl zeigt die Bandbreite jüdischer Erfahrung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, von der Romantischen Komödie bis zum Konzeptfilm, vom historischen Drama bis zur Mockumentary. Eine programmatische Reise zwischen Bedrohung und Lebenslust, persönlichen Geschichten und großer Politik, Sinnlichkeit und Diskurs – und dabei immer lebensnah.

Aufgabe des Festivals ist es außerdem, die Erinnerung an die Shoa wachzuhalten, Geschichtsbewusstsein zu vermitteln und antisemitischen Einstellungsmustern zu begegnen.

Die Programmauswahl für das JFBB liegt in den Händen des Programmkollektiv.

Neben zwei Wettbewerbssektionen für Spiel- und Dokumentarfilm gibt es Kino Fermished, das besondere Kino des JFBB mit einer bunt gemischten Genre Vielfalt und die Sektion Serie(n) aus Israel.

Die weiteren Wettbewerbe und Preise finden Sie hier.

Das Filmprogramm wird durch ein Rahmenprogramm ergänzt. Dazu gehören der traditionelle Empfang nach der Eröffnungsveranstaltung, sowie Konzerte und Ausstellungen.

Seit 2021, mit der 27. Ausgabe wird das JFBB von den Organisatoren des Filmfestival Cottbus veranstaltet.


Zur Geschichte des Jüdischen Filmfestival Berlin und Brandenburg

Das Jüdische Filmfestival Berlin und Brandenburg wurde 1995 von Nicola Galliner, damals noch im Rahmen der Kulturarbeit der Jüdischen Gemeinde Berlin, gegründet.
Ein jüdisches Filmfestival in Berlin zu organisieren, der Stadt, von der aus der Holocaust vorbereitet, geplant und organisiert wurde, war und ist dabei mit einer besonderen Verantwortung verbunden. Zum 25jährigen Jubiläum des Festivals schrieb Nicola Galliner: „Eines unserer großen Anliegen war und ist es, jüdisches Leben, jüdische Biographien nicht in einer tradierten, oft ausschließlichen ‚Opferrolle‘ abzubilden. In all den Jahren war es uns immer wichtig, diesen einseitigen Blick aufzubrechen und so um die gegebene Komplexität zu erweitern. Aufzuzeigen, dass das Judentum vor allem eines ist, nämlich höchst lebendig.“

Mittlerweile ist das JFBB das größte deutsche Festival mit Filmen zu jüdischen Themen und aus Israel.

Aber was macht nun einen Film jüdisch?

Dieses Thema bewegt auch das Jüdische Filmfestival Berlin und Brandenburg seit seiner Gründung. Der Publizist Henryk M. Broder beantwortete diese in der Festschrift zum zehnjährigen Jubiläum des Jüdischen Filmfestival Berlin gewohnt pointiert: „Alles, was nicht langweilig ist, ist jüdisch. Denn entgegen allen Vorurteilen gibt es nur einen Bereich, in dem Juden in der Tat dominieren. Es ist nicht das Bankwesen, nicht die Börse, nicht das Billard-Spiel. Es ist die Unterhaltung, das Showbusiness. … Was also macht einen jüdischen Film aus? Dasselbe, was ein jüdisches Buch oder jüdische Musik ausmacht. Er langweilt nicht. Kaum, dass er begonnen hat, ist er schon vorbei. Zwischen Anfang und Ende liegen 60, 120 oder 180 Minuten, doch es kommt nur auf die gefühlte Zeit an. Wenn es mehr als zehn Minuten sind, dann ist es kein jüdischer Film.“

Dem exzellenten Ruf des Jüdischen Filmfestival Berlin und Brandenburg in der Welt gerecht werden, die durch Nicola Galliners Tun geprägte, erfolgreiche Festivalhistorie mit dessen Leitlinien fortzuschreiben und gleichzeitig das Festival weiterzuentwickeln, sind die Ziele des neuen Geschäftsführer-Duos Doreen Goethe und Andreas Stein, die in der Festivalwelt als Köpfe des FilmFestival Cottbus bereits bestens bekannt sind. 2021 markiert die erste Ausgabe des renommierten Filmfestivals, das von der eigens dafür ins Leben gerufenen JFBB UG veranstaltet wird, nachdem sich die Gründerin Nicola Galliner in den Ruhestand verabschiedet hat.

Ziel ist es in den kommenden Jahren den einzigartigen Treffpunktcharakter dieser Veranstaltung noch weiter auszubauen. Dabei soll einerseits das vorhandene Publikum näher an das Festival gebunden werden, andererseits weitere Publikumspotenziale angesprochen werden. Die Rolle der Veranstaltung als Branchentreffpunkt soll außerdem ausgebaut werden. Ein besonderes Augenmerk legt das JFBB auf die Entdeckung und Förderung junger Filmemacher in Deutschland und Israel.
Im Rahmen seiner Arbeit vernetzt sich das Jüdische Filmfestival Berlin und Brandenburg mit anderen Festivals, mit Institutionen, Museen und Stiftungen, Partnern aus Kunst, Kultur und Politik sowie natürlich Filmförderungen, Verleihern und den Filmschaffenden, die im Zentrum des Interesses stehen.