Chronik einer Rettung: Eine Gruppe jüdischer Kinder aus Österreich und Prag kann 1938 aus dem norwegischen Sommerlager nicht mehr heimkehren. Die Studentin Nina Hasvold nimmt sie jahrelang in ihre Obhut und flieht mit ihnen. Eines der so geretteten Kinder war der Vater der Regisseurin.
Eigentlich studiert die Jüdin Nina Hasvold, selbst 1918 nach der Revolution aus Russland emigriert, gerade in Norwegen Psychologie, als sie ein Hilferuf erreicht. Sie übernimmt die Verantwortung für eine Gruppe jüdischer Kinder, in deren Heimat es nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich für sie gefährlich geworden ist. Sie kümmert sich um ihre Schulbildung, setzt bei Nahrungsmittelknappheit auf Selbstversorgung und erzieht sie zur Selbstständigkeit – denn sie werden ihre Familien vermutlich nie wiedersehen.
Als auch Norwegen von den Nazis besetzt wird und immer mehr Jüdinnen und Juden deportiert werden, ergreift Nina mit einigen Helfern in letzter Minute die Flucht und kann die Gruppe ins sichere Schweden schleusen. Mit 13 Kindern harrt sie dort bis zum Kriegsende aus und rettet damit deren aller Leben.
Die Regisseurin illustriert ihre chronologische Rekonstruktion der Rettungsaktion mit historischen Materialien sowie nachgestellten Szenen. Dabei versucht sie anhand der Zeitzeug*innenberichte zu verstehen, welcher mutigen Person sie ihre Existenz verdankt – und woraus diese ihren Mut schöpfte.
Text: Rainer Mende
Credits
Originalitel NINA'S CHILDREN
Internationaler Titel NINA'S CHILDREN
Deutscher Titel NINA'S CHILDREN
JFBB Sektion Nordic Jewish Focus
Land/Länder NOR
Jahr 2015
Dauer 66
Nina F. Grünfeld
BIO Nina Grünfeld is known for her personal documentary films, which have been broadcast on television and screened at film festivals in Norway and internationally. In 2020 she published a narrative non-fiction book about the fate of her unknown grandmother during the Second World War. The book has been sold and translated to ten countries, including Germany, where it was published under the title Frida – Auf der Suche nach meiner verfolgten Großmutter.
In addition to making films and writing books, Nina is active in public debate and gives lectures and talks. She is currently involved in several podcast projects and is developing her first feature film, which explores the political process through which the Norwegian state in the 1990s sought to return the value of property stolen from Jews during the war.
Nina Grünfeld holds a professorship in film directing at Inland Norway University of Applied Sciences in Lillehammer. She currently serves as Associate Dean for Research and Artistic Development, while also owning and running the production company Gründer Film.