Ein sensibles Portrait von vier Überlebenden: Eva, Elisabeth, Livia und Mimi sind Freundinnen, seit sie als Sechzehnjährige am selben Tag im KZ Auschwitz ankamen. Der Film begleitet die heute um die Neunzigjährigen zwischen ihrem aktiven Leben in Stockholm, den immer präsenten Erinnerungen und Gesprächen über die aktuelle Situation. Das geliebte Bridgespielen ist nicht nur Zeitvertreib, sondern zentrale Lebenshilfe.
In Schweden haben sie nach der Shoah ihr Leben neu aufgebaut und Familien mit vielen Kindern und Enkeln gegründet – „Meine Rache an Hitler“, wie Mimi sagt. Im hohen Alter sind sie bewundernswert aktiv und an der Welt interessiert. Doch Nachrichten wie die vom Terroranschlag der Hamas am 7. Oktober 2023 holen Erinnerungen hervor, die sie nie losgelassen haben. Darüber zu sprechen fällt ihnen mit der Enkelgeneration leichter als mit den eigenen Kindern. Der Film begleitet sie bei Gesprächen und öffentlichen Auftritten, bei denen sie als einige der letzten Überlebenden sprechen. Man versteht: Das erlebte Trauma ist nicht „verarbeitet“, was immer das heißt. Viele Erinnerungen sind so gigantisch und unfassbar, dass die Frauen noch Jahrzehnte später vergeblich versuchen, sie zu verstehen und sich selbst wundern, wie sie überleben konnten.
Eine Überlebensstrategie in den Jahren danach war und ist das Bridgespielen. Sie spielen zu viert, mit anderen Partner*innen und allein am Computer, und der Effekt ist therapeutisch: Das Spiel lenkt die Aufmerksamkeit aufs Hier und Jetzt, zwingt zur Konzentration und beruhigt die Nerven.
Text: Susanne Stern
Weitere Vorführung:
Am 9.05. um 17:00 im OBENKINO Cottbus
Straße der Jugend 16 | 03046 Cottbus
Credits
Originalitel BRIDGEPLAYERS
Internationaler Titel BRIDGEPLAYERS
Deutscher Titel BRIDGEPLAYERS
JFBB Sektion Nordic Jewish Focus
Land/Länder SE
Jahr 2025
Dauer 82
Alberto Herskovits
BIO Born in Buenos Aires in 1961 and raised in Germany, studied at the Ins7tute for Applied Theatre Studies in Giessen (1982-1987). Fulbright scholarship and postgraduate filmstudies at the Anthropology Film Centre in Santa Fe, New Mexico (1989-1991). Since 1991, he has lived in Stockholm, where he works as a producer and director for award-winning
documentaries and TV series.
Bengt Bok
BIO Documentary filmmaker, Radio journalist, author and former Professor at the Department of film and media at Stockholm Uniarts. Film studies at Stockholm University and degree from Drama7c Ins7tute (DI) Has been nominated and won several awards in Documentary storytelling, film and radio. Also conducted ar7s7c research in the field.