Sektion Nordic Jewish Focus

NEVER ALONE

  • Klaus Härö
  • FI/EE/SE/DE/AT
  • 2024
  • 85

Europa im Zweiten Weltkrieg: Finnland steht während der ersten Kriegsjahre an der Seite Nazi-Deutschlands. Doch der finnische Ministerpräsident verweigert die von Deutschland geforderte Ausweisung der finnischen Jüdinnen und Juden. Doch was passiert mit denjenigen, die vor der Nazi-Herrschaft nach Finnland geflohen waren? Der Geschäftsmann Abraham Stiller setzt sich für die Geflüchteten ein, aber es gelingt ihm nicht, alle zu retten.

Einige finnische Beamte würden der Forderung der Gestapo, die Geflüchteten alle auszuweisen, nur zu gerne nachkommen. Stiller, selbst Jude und angesehenes Mitglied der finnischen Gesellschaft, engagiert sich von Beginn an für den Schutz jüdischer Asylsuchender in Finnland. Um deren Abschiebung nach Deutschland zu verhindern, stellt er sie in seinem Textilgeschäft ein, und sichert ihnen damit die Aufenthaltsgenehmigung. Als einige der Geflüchteten dann aber gewaltsam in Arbeitslager in der Nähe der deutschen Streitkräfte in Nordfinnland gebracht werden, eskaliert die Situation, und Stiller gerät unter Gewissensdruck.

Basierend auf Rony Smolars Biographie „Setä Stiller: Valpon ja Gestapon välissä“ (Onkel Stiller: Zwischen Valpo [finn. Staatspolizei] und Gestapo) inszeniert Regisseur und Drehbuchautor Klaus Härös mit seinem packenden Historien-Drama NEVER ALONE die wahre Geschichte eines Mannes, der im gesellschaftlichen Klima der finnisch-deutschen Kollaboration im zweiten Weltkrieg noch mit allen Mitteln versucht, Juden und Jüdinnen vor der Deportation zu retten.

Das Schicksal der aus Finnland nach Deutschland und von dort in den Tod im Vernichtungslager Auschwitz deportierten Jüdinnen und Juden wurde in Finnland lange tabuisiert. Es wird auch in dem Dokumentarfilm DAVID – STORIES OF HONOUR AND SHAME (1997) beleuchtet, ebenfalls im Programm des 32. JFBB.

Text: Bernd Buder


Weitere Vorführungen:

6.05. 20:00 NORDISCHE BOTSCHAFTEN FELLESHUS | GEMEINSCHAFTSHAUS
Rauchstraße 1 | 10787 Berlin | Eintritt frei
7.05. 19:00 JÜDISCHE GEMEINDE LK OBERHAVEL
ehnitzstraße 36 | 16515 Oranienburg
8.05. 18:00 OBENKINO COTTBUS
Straße der Jugend 16 | 03046 Cottbus
9.05. 19:30 JÜDISCHES THEATERSCHIFF MS GOLDBERG
Ruhlebener Str. / Sedanstr. | 13581 Berlin-Spandau


Credits

Originalitel NEVER ALONE

Internationaler Titel NEVER ALONE

Deutscher Titel NEVER ALONE

JFBB Sektion Nordic Jewish Focus

  • Regisseur Klaus Härö

Land/Länder FI/EE/SE/DE/AT

Jahr 2024

Dauer 85


Portrait of Klaus Härö

Klaus Härö

BIO Regie und Drehbuch. Klaus Härö (*1971 in Finnland) studierte Regie an der Hochschule für Kunst und Design Helsinki. 2002 gab er sein Spielfilmdebüt mit dem Kinderfilm „Elina“, der 2004 Finnlands Anwärter für eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film war. Bekannt wurde Klaus Härö vor allem mit „My Sailor, My Love“ (2022) und „The Fencer“ (2015), der für den Golden Globe nominiert wurde und erneut auf der Oscar-Liste für den besten ausländischen Film stand.