Sektion Der Angst begegnen - Filmische Reflektionen von Terror, Trauma und Widerständigkeit

UTØYA 22. Juli

  • Erik Poppe
  • NO
  • 2018
  • 98

Der Spielfilm inszeniert in Echtzeit die schrecklichen Momente während des rechtsterroristischen Anschlags auf ein Feriencamp in Norwegen am 22. Juli 2011. Ohne sensationsheischend die Kamera auf den Täter zu halten, erzählt er eindringlich und konsequent aus der Sicht der Opfer.

Kaja verbringt mit ihrer kleinen Schwester ein paar Sommertage im Ferienlager auf der kleinen Insel Utøya. Die Nachricht über einen Anschlag in Oslo versetzt die Jugendlichen in Unruhe – und plötzlich fallen Schüsse. Es beginnt ein Kampf ums Überleben. Die nachfolgenden 72 Minuten verfolgen in einer einzigen Einstellung die Geschehnisse, die 69 Menschen – Kinder und Jugendliche – das Leben kosteten und die norwegische Gesellschaft tief erschütterten. Regisseur Erik Poppe setzt keine Musik ein und verzichtet auf die Inszenierung von expliziter Gewalt oder des Täters. Diese Darstellung bleibt nah an den Opfern und führt uns so nah wie möglich an die Gedanken und Emotionen derer, die dieser unvorstellbaren Situation ausgesetzt waren. Mehrere der Überlebenden haben das Filmteam in der Produktion und während des Drehs beraten.

Text: Merlin Webers


Vor der Filmvorführung von UTøYA 22. JULI findet am Sa, 22. Juni, 16:30 Uhr das Panel Rechte Gewalt und rechtsextremer Terror und die gesellschaftliche Funktion von Film in Deutschland mit Julian Vogel (Regisseur von EINZELTÄTER) und Ulf Aminde (Künstler und Filmemacher) statt. Sprache: Deutsch, Eintritt frei, Filmkunst 66 – Saal 2.


Credits

Originalitel UTØYA JULY 22

Internationaler Titel UTØYA JULY 22

Deutscher Titel UTØYA 22. Juli

JFBB Sektion Der Angst begegnen - Filmische Reflektionen von Terror, Trauma und Widerständigkeit

  • Regisseur Erik Poppe

Land/Länder NO

Jahr 2018

Dauer 98


Portrait of Erik Poppe

Erik Poppe

BIO Erik Poppe ist einer der renommiertesten Regisseure Norwegens, der von Publikum und Kritikern gefeiert wird. Geboren 1960 in Oslo, begann Poppe seine Karriere als Pressefotograf und wurde für seine Arbeiten mehrfach ausgezeichnet. Nach dem Studium am Stockholmer Dramatiska Institutet war er als Kameramann an verschiedenen Spielfilmen beteiligt, bevor er 1998 mit SCHPAAA sein Regiedebüt vorlegte, das 1999 im Panorama der Berlinale gezeigt wurde. Der Film markiert den ersten Teil seiner vielfach preisgekrönten Oslo-Trilogie. Für den zweiten Teil HAWAII, OSLO wurde er 2005 mit dem norwegischen Filmpreis Amanda ausgezeichnet. Mit TROUBLED WATER, der als erster Film in der Geschichte des Hamptons International Film Festivals sowohl Publikumspreis als auch Preis für den Besten Film abräumte, schloss er 2008 die Reihe ab. Sein Film THE KING'S CHOICE – ANGRIFF AUF NORWEGEN war 2017 auf der Shortlist für den Oscar® in der Kategorie Bester Fremdsprachiger Film. Mit UTØYA 22. JULI wurde Erik Poppe 2018 in den Wettbewerb der Berliner Filmfestspiele eingeladen. Erik Poppe ist der einzige Regisseur, der viermal mit dem norwegischen Film Critics Award ausgezeichnet wurde.