Aus mehr als 3.000 Spiel- und Fernsehfilmen montiert Holofiction ein dichtes Geflecht wiederkehrender Bilder, Motive und Erzählmuster. Züge, Gesichter, Gewalt: Was sich über Jahrzehnte ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben hat, wird hier sichtbar gemacht und zugleich hinterfragt.
Der Film folgt einem essayistischen Ansatz und tritt in einen kritischen Dialog mit der Geschichte seiner eigenen Bilder – zwischen Ikonisierung und Klischee, Erinnerung und Reproduktion. Inspiriert von der vom SHOAH-Regisseur Claude Lanzmanns formulierten Skepsis gegenüber der Darstellbarkeit der Shoah, untersucht Holofiction die Möglichkeiten und Grenzen fiktionalen Erzählens. Dabei entsteht ein ebenso beeindruckendes wie bewusst distanziertes Werk, das weniger emotional als analytisch in die Bilder eindringt – und gerade darin einen Raum für Reflexion über die Verantwortung von Bildern und die Konstruktion historischer Erinnerung öffnet.
Text: Arkadij Khaet